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Seehesten
Staat: Preußen , Provinz: Ostpreußen , Bezirk: Allenstein , Kreis: Sensburg Seehesten ist ein Ort in Ostpreußen im ehemaligen Kreis Sensburg, Kirchspiel: Seehesten . Amtsbezirk: Seehesten . Die Siedlung Seehesten neben einer Burg wurde 1401 als Zinsdorf gegründet. Um 1450 soll es im Ort die leistungsfähigsten Schneidemühlen der damaligen Zeit gegeben haben. Hier am östlichen Rand des Junosees (jez. Juno) errichtete man 1348 eine Ordensburg, der für einige Zeit sogar der Vorzug vor der Burg in Sensburg gegeben wurde. Heute ist sie nur noch Ruine. Von der Straße am Mühlenbach aus - am Dorfrand zu Sensburg hin - kann man den 8 m hohen Mauerklotz des Burgrests, eine Gebäudeecke des Nordflügels, auf dem Gelände der einstigen landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft stehen sehen. Die Ansätze für das Geschoß, eine Fensterlaibung und eine Wehrnische sowie Reste eines Kamins sind noch erkennbar, aber der Weg dorthin ist urwaldartig zugewachsen. Die Litauer zerstörten die Burg 1350. Sie wurde danach bis 1367 in Stein wiederaufgebaut, 1371 jedoch erneut gestürmt und die Vorburg niedergebrannt. Danach hielt sie dann offenbar weiteren Anstürmen stand. In einem der ehemals zwei Flügel residierte ab 1401 ein Pfleger der Komturei Balga. Neben der Burg gab es einen Ordenshof, auf dem die Zucht von Reit- und Zugpferden betrieben wurde. Von 1525 - 1752 fungierten die Gebäude als Sitz der Amtshauptleute und waren Verwaltungsquartier einer staatlichen Domäne, die verpachtet wurde. Als man das Schloß nicht mehr nutzte, verfiel es schnell. Im Jahr 1827 standen nur noch einige Außenmauern, von denen dann auch noch ein Teil verschwand. Die Ländereien der Domäne gingen 1857 in den Besitz der Familie Klugkist über, die aus Bremen stammte und bis 1945 hier wirtschaftete. In der Mitte des 19. Jhs. soll es in den Hansestädten schick gewesen sein, den Nachkommen Landbesitz in Ostpreußen zu verschaffen. Noch 1924 wurde hier eine Mühle aus der Ordenszeit modernisiert. Das Gebäude einer Wassermühle existiert noch. Kirche und Gut Östlich von Seehesten bei Wyszembork - Weißenburg gibt es auf einer Hochebene zwischen Hügeln die Überreste einer Burg der pruzzischen Gallinder. Feuchte Senken drum herum erhöhten einst noch ihre Unzugänglichkeit. Unweit westlich der Burgruine am Ortsrand befindet sich die Gutsanlage. Gegründet wurde das Gut etwa zur selben Zeit wie die Burg. Seit 1857 waren die Ländereien im Besitz der Familie von Klugkist mit einer Fläche von ca. 1.000 ha. Das neoklassizistische Herrenhaus aus der 2. Hälfte des 19. Jhs. steht noch uns sieht gepflegt aus. Heute in Privatbesitz. Die Feldsteinkirche - bis 1980 evangelisch, seitdem katholisch und dem hl. Stanislaus geweiht - entstand erstmals in der Mitte des 15. Jhs. mit drei Schiffen. Der Turm aus dieser Zeit wurde 1525 um ein Stockwerk erhöht, um Platz für die Glocken zu schaffen. Nachdem ein Brand 1618 die Kirche stark beschädigte, wurde sie 1624 - 1639 wiederaufgebaut, allerdings ohne Seitenschiffe. Ebenso der Turm, im Untergeschoß aus Granit, die drei Stockwerke darüber in Backstein. Vorhalle im Norden. Aus dieser Zeit nach 1624 stammen noch Wandmalereien in der Turmvorhalle und Malereien in den Kassetten der Decke über dem Kirchenschiff. Allerdings wurden die Gemälde der Deckenfüllungen bei Renovierungsarbeiten 1938 zerstört und danach neu gestaltet. Die Holzteile der Turmhalle mit dem Umgang in Höhe der Orgelempore sind insgesamt bäuerlich naiv, aber ausdrucksstark bemalt. Auf der Decke wird die Bemalung des Kirchenschiffs fortgeführt.
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